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Fractor3
#1
Vor kurzen entdeckte ich in diesen Fraktalblog einen Bericht über das Fraktalprogramm Fractor3.
Es ist ein Java-Programm, wer also JWildfire nutzt oder Java aus anderem Grunde installiert hat kann sofort loslegen.

Nach dem Programmstart wird erst einmal ein Apfelmännchen in Schwarzweiß erzeugt. Man kann aber etliche Fraktaltypen einstellen und auch Parameter anpassen. Unter „Custom“ sind auch eigene Formeln einstellbar.
Das Zoomen funktioniert durch klicken mit der rechten bzw. linken Maustaste oder mit dem Mausrad. Den Bildausschnitt kann man mit gedrückter linken Maustaste auch verschieben. Klickt man mit der mittleren Maustaste auf das Fraktal öffnet sich ein zweites Fenster mit der Juliamenge des angeklickten Punktes (ich habe wirklich lange gebraucht dies zu finden).

Auch mit dem Graustufen muß man sich natürlich nicht zufriedengeben, im Menu „Options“ findet sich ein RGB-Verlaufseditor welcher an den von Ultrafraktal erinnert. Die Knotenpunkte sind dabei aber nicht gekoppelt und man kann nicht nur die gesamte Palette rotieren sondern auch die einzelnen Farben. Auch kann man bei „frequency“ die Verläufe der einzelnen Farben auch vervielfachen.
Was allerdings mir sehr fehlt sind voreingestellte Verläufe oder die Möglichkeit die Verläufe unabhängig vom Fraktal zu speichern.

Ebenfalls im Optionenmenu findet sich der Filtermanager, man kann hier verschiedene Filtertypen einstellen und innerhalb der Filtertypen wiederum zahlreiche Einstellungen vornehmen. Bisweilen öffnet sich dazu noch ein weiterer Dialog mit weiteren Einstellmöglichkeiten. Auch kann wer mag mehrere Filtertypen hintereinanderlegen, dies ist aber bei weitem nicht so flexibel wie die Ebenen in UF und das Ergebnis ist, wenn man nicht ganz viel Fingerspitzengefühl walten läßt, oft „vermatscht“.
Änderungen im Filtermanager muß man mit „Apply“ bestätigen und dann mit einem Klick auf „Redraw“ im Hauptfenster das Fraktal neu rendern lassen.

Bei den Bedienelementen im Hauptfenster befindet sich ein breiter Schaltknopf mit einem „v“ welches hier einen Pfeil darstellen soll. Klickt man darauf werden weitere Bedienelemente sichtbar mit welchen man Buddhabrot-Fraktale erzeugen kann. Mit „Draw orbits“ wird dieser Modus aktiviert, allerdings entstehen so erstmal Anti-Buddhabrot-Fraktale. Für echte Buddhabrot-Fraktale muß man noch „Outer orbits only“ aktivieren. „Color scaling“ verhindert ein überlaufen der Farben und „Expotential coloring“ macht die Farben intensiver.
„RGB separation“ ist eine alternative Einfärbmethode welche unabhängig vom eingestellten Farbverlauf erzeugt wird und bei der Fraktale erzeugt werden welche Nebulabrot genannt werden. Die eingestellten Werte der Farbitterationen erzeugen aber ein recht graues Bild, Wikipedia nennt hier die Kombination 2000 / 200 / 20 und ich habe mit 2000 / 400 / 50 gute Erfahrungen gesammelt.
Die Buddhabrot-Fraktale kann man in Fractor3 nicht nur aus der Mantelbrotmenge erzeugen sondern auch aus den anderen Fraktalen und sogar aus Julia-Mengen. Das Ergebnis ist aber häufig weniger sehenswert.

Etwas ist noch zu beachten. Speichert man die Fraktalparameter ab entstehen bisweilen sehr große Dateien. Ursache davon ist, daß Fractor3 die Bilddaten des gerenderten Fraktals mit abspeichert. Deshalb sollte man vor dem Abspeichern der Parameter das Fraktal nochmal ganz klein rendern.

Fazit: Fractor3 ist ein sehr vielseitiges Programm mit welchen man durchaus interessante Effekte erzeugen kann. Wer mit ein paar Klicks ein schönes Fraktal haben möchte wie es in manchen Ferguson-Programme möglich ist wird aber wahrscheinlich enttäuscht werden. Wer sich aber mit Fraktalen auskennt und / oder gerne experimentiert wird sicher Freude an dem Programm haben.
Ein Manko von Fractor3 ist seine Benutzerunfreundlichkeit, da gibt es wie schon erwähnt keine Möglichkeit Verläufe separat zu speichern, die Dialogfenster lungern wie im alten Gimp auf dem ganzen Monitor herum, manches ist arg versteckt und da keine Dokumentation vorhanden ist hilft nur suchen, die Bilddaten werden ungefragt an die Parameterdateien gehängt und der Nutzer wundert sich, daß diese mehrere Megabyte groß sind usw. Da die letzte Version von 2013 ist, wird sich daran sicher nichts mehr ändern – da es aber ein Opensource-Programm ist könnte es ja vielleicht ein Fork geben, das Programm wäre es wert.

Programm bei Sourceforge

Blogbeitrag über das Programm

[Bild: fractor3u4ocz.jpg]
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